Thema: Jehova belohnt Treue und Gehorsam
Es ist relativ leicht zu gehorchen, wenn es uns sofort Vorteile bringt. Die eigentliche Prüfung kommt, wenn Gehorsam uns etwas kostet, wenn scheinbar niemand zusieht oder wenn wir denken, wir könnten ungehorsam sein, ohne Folgen zu spüren.
Zur Zeit Jeremias gab es zwei sehr unterschiedliche Reaktionen auf Autorität. Auf der einen Seite standen viele Juden, die nur auf Jehova hörten, wenn sie seine Hilfe dringend brauchten. Auf der anderen Seite standen die Rechabiter, die sich über Generationen hinweg treu an eine Anweisung ihres Vorfahren hielten. Dieser Gegensatz zeigt uns, welche Art von Gehorsam Jehova schätzt.
Der erste Punkt ist: Viele Juden hörten nur auf Jehova, wenn sie seine Hilfe brauchten.
Jeremia 34:8-11
„Jehova ließ Jeremia eine Botschaft zukommen, nachdem König Zedekia mit dem ganzen Volk in Jerusalem einen Bund geschlossen hatte, um ihnen Freiheit zu verkünden. Jeder sollte seine hebräischen Sklaven, Männer und Frauen, freilassen, sodass niemand einen anderen Juden als Sklaven behalten würde. Alle führenden Männer und das ganze Volk gehorchten. Sie hatten sich durch den Bund verpflichtet, ihre Sklaven und Sklavinnen freizulassen und sie nicht länger als Sklaven zu halten. Sie gehorchten und ließen sie gehen. Später holten sie jedoch die Sklaven und Sklavinnen zurück, die sie freigelassen hatten, und zwangen sie wieder in die Sklaverei.“
Warum änderten sie ihre Einstellung so schnell?
Jerusalem wurde von den Babyloniern belagert. Zedekia hatte sich gegen Babylon aufgelehnt, obwohl Jehova ihm durch Jeremia etwas anderes geraten hatte, und jetzt war die Lage verzweifelt. Der König und die führenden Männer wussten, dass das Gesetz verlangte, hebräische Sklaven freizulassen. Plötzlich, als sie Jehovas Hilfe dringend brauchten, beschlossen sie zu gehorchen.
Sie ließen ihre Sklaven frei und schienen ihr Verhalten korrigiert zu haben.
Dann geschah jedoch etwas, das offenbarte, was wirklich in ihrem Herzen war. Das ägyptische Heer rückte in Richtung Jerusalem vor, und die Babylonier hoben die Belagerung vorübergehend auf. Die Gefahr schien verschwunden zu sein.
Und was taten die Juden? Sie holten genau die Menschen zurück, die sie gerade freigelassen hatten, und zwangen sie wieder in die Sklaverei.
Ihr Gehorsam hielt genau so lange an wie ihre Angst.
Sie hatten den Geist des Gesetzes nicht wirklich verstanden und auch keinen aufrichtigen Wunsch entwickelt, Jehova zu gefallen. Sie hatten gehorcht, weil sie etwas von ihm brauchten. Als sie dachten, seine Hilfe nicht mehr zu brauchen, taten sie wieder, was sie wollten.
Das lädt uns dazu ein, uns selbst zu prüfen. Könnte uns etwas Ähnliches passieren?
Wenn wir ein schweres Problem durchmachen, beten wir vielleicht viel mehr, studieren intensiv, versäumen keine Zusammenkunft und wägen jede Entscheidung sorgfältig ab. Aber zeigen wir, wenn das Problem vorbei ist, weiterhin dieselbe Entschlossenheit?
Echter Gehorsam hängt nicht davon ab, ob wir uns gerade in einer Krise befinden. Er bedeutet auch nicht, nur deshalb das Richtige zu tun, weil wir die Folgen fürchten. Wir gehorchen Jehova, weil wir ihn lieben und überzeugt sind, dass seine Maßstäbe immer gut für uns sind.
Der zweite Punkt bildet einen eindrucksvollen Gegensatz: Die Rechabiter hielten sich treu an Jonadabs Anweisung.
Jeremia 35:5, 6
„Dann stellte ich den Männern aus dem Haus der Rechabiter Becher und Kelche voll Wein hin und sagte zu ihnen: ‚Trinkt Wein.‘ Doch sie sagten: ‚Wir werden keinen Wein trinken, denn Jonadab, der Sohn Rechabs, unser Vorfahr, gab uns das Gebot: „Ihr und eure Söhne dürft niemals Wein trinken.“‘“
Jonadab war schon seit mehr als zwei Jahrhunderten tot. Trotzdem hielten sich seine Nachkommen weiterhin an seine Anweisungen.
Jehova nutzte diese Situation als Prüfung. Jeremia brachte die Rechabiter in einen Speiseraum des Tempels, stellte ihnen Wein hin und forderte sie auf zu trinken.
Denken wir darüber nach, wie sie sich hätten rechtfertigen können. Sie hätten sagen können: „Jonadab ist schon sehr lange tot.“ Oder: „Wir sind im Tempel, und Jeremia selbst bietet uns den Wein an.“ Sie hätten sogar denken können: „Es ist ja nur dieses eine Mal.“
Doch sie suchten keine Ausreden.
Ihre Antwort war einfach und bestimmt: „Wir werden keinen Wein trinken.“
Warum ist ihr Beispiel so beeindruckend? Weil sie gehorchten, obwohl sie Argumente hätten finden können, etwas anderes zu tun. Sie brauchten weder ständige Kontrolle noch eine unmittelbare Drohung. Sie hatten sich entschieden, die erhaltene Anweisung zu respektieren.
Und Jehova gebrauchte ihr Beispiel, um die Juden gewissermaßen zu beschämen. Wenn die Rechabiter über Generationen hinweg den Anweisungen eines menschlichen Vorfahren treu bleiben konnten, wie viel mehr hätte Israel dem lebendigen Gott gehorchen sollen, der ständig zu ihnen sprach und für sie sorgte!
Das bringt auch uns zum Nachdenken. Jehova gibt uns durch sein Wort und durch die biblische Anleitung, die wir erhalten, Anweisungen. Manche passen leicht zu dem, was wir ohnehin tun möchten; andere können Opfer erfordern.
Die Frage ist: Suchen wir Gründe zu gehorchen oder Ausreden, es nicht zu tun?
Vielleicht würde niemand von einer bestimmten Entscheidung erfahren. Vielleicht denken wir, wir könnten eine moralische Grenze überschreiten, bestimmte Unterhaltung konsumieren oder uns auf eine bestimmte Weise verhalten, ohne dass sichtbare Folgen entstehen.
Der Gehorsam der Rechabiter erinnert uns daran, dass die wichtigste Frage nicht lautet: „Werde ich erwischt?“, sondern: „Was möchte Jehova, dass ich tue?“
Damit kommen wir zum dritten Punkt: Jehova belohnte die Rechabiter für ihre Treue und ihren Gehorsam.
Jeremia 35:18, 19
„Jeremia sagte zur Hausgemeinschaft der Rechabiter: ‚Das sagt Jehova, der Herr der Heere, der Gott Israels: „Weil ihr dem Gebot eures Vorfahren Jonadab gehorcht habt und weiterhin alle seine Gebote haltet und genau das tut, was er euch aufgetragen hat, sagt Jehova, der Herr der Heere, der Gott Israels: ‚Es wird immer einen Nachkommen Jonadabs, des Sohnes Rechabs, geben, der vor mir dient.‘“‘“
Achten wir darauf, was Jehova hervorhob: Sie hatten „gehorcht“, sie hielten „weiterhin“ seine Gebote und taten „genau“ das, was ihnen aufgetragen worden war.
Es war kein einzelner Akt des Gehorsams. Sie hatten beständige Treue bewiesen.
Und Jehova sah das.
Vielleicht fanden andere Menschen ihre Lebensweise seltsam. Vielleicht erwartete niemand, dass es eine besondere Belohnung dafür geben würde, eine so alte Anweisung weiterhin zu befolgen. Doch Jehova schätzte ihre Treue sehr.
Er versprach ihnen, dass es immer einen Nachkommen Jonadabs geben würde, der vor ihm dient. Und es gibt Hinweise darauf, dass die Rechabiter die Zerstörung überlebten und ihre Nachkommen nach dem Exil noch da waren.
Das versichert uns eines: Jehova übersieht treuen Gehorsam niemals.
Vielleicht verzichten wir auf etwas, das uns gefällt, weil wir wissen, dass es Jehova nicht gefallen würde. Vielleicht lehnen wir eine finanzielle Chance ab, weil sie unseren Dienst stark beeinträchtigen würde. Vielleicht halten wir an einem biblischen Maßstab fest, obwohl die Menschen um uns herum unsere Entscheidung nicht verstehen.
Vielleicht lobt uns niemand dafür. Aber Jehova sieht es.
Und seine Belohnungen sind immer größer als jeder vorübergehende Vorteil, den wir durch Ungehorsam erlangen könnten.
Deshalb sollten wir die abschließende Frage dieser Woche sehr ernst nehmen:
„Bin ich entschlossen, auch dann auf Jehova zu hören, wenn ich das Gefühl habe, Ungehorsam hätte keine Folgen für mich?“
Die Juden in Jerusalem gehorchten, als sie Angst hatten, änderten sich aber sofort, als sie glaubten, die Gefahr sei vorüber. Die Rechabiter machten genau das Gegenteil: Sie gehorchten Jahr für Jahr, obwohl es so aussehen konnte, als könnten sie auch anders handeln.
Wir möchten die Rechabiter in dieser Treue nachahmen. Wir wollen nicht nur gehorchen, wenn wir etwas brauchen, wenn andere uns beobachten oder wenn wir Strafe fürchten.
Gehorchen wir, weil wir Jehova lieben, weil wir seiner Art, Dinge zu tun, vertrauen und weil wir wissen, dass er unsere Treue immer sieht.
Wenn wir diese Art von beständigem Gehorsam entwickeln, können wir uns einer Sache ganz sicher sein: Jehova belohnt Treue und Gehorsam.
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