Schätze aus Gottes Wort für die Woche vom 31. August bis 6. September 2026

Tesoros de la biblia del 31 de agosto al 6 de septiembre

Thema: „Ein neuer Bund“

Wenn zwei Personen einen Bund schließen, verpflichten sie sich, bestimmte Bedingungen einzuhalten. Doch was würde geschehen, wenn eine der Parteien die Vereinbarung immer wieder brechen würde? Genau das geschah mit dem Gesetzesbund. Jehova hatte seinen Teil treu erfüllt, aber die Israeliten zeigten immer wieder, dass sie wegen ihrer Unvollkommenheit nicht in der Lage waren, das Gesetz vollkommen zu befolgen.

Das bedeutete allerdings nicht, dass der Gesetzesbund gescheitert war. Er hatte einen sehr wichtigen Zweck erfüllt: Er machte deutlich, dass die Menschen etwas Besseres brauchten — eine Möglichkeit, echte und dauerhafte Vergebung von Sünden zu erhalten.

Und genau das versprach Jehova. Durch Jeremia kündigte er an, dass die Zeit kommen würde, in der er „einen neuen Bund“ schließen würde, einen Bund mit weitreichenderen und dauerhaften Vorteilen.

Der erste Punkt ist: Jehova versprach, den mosaischen Gesetzesbund durch „einen neuen Bund“ zu ersetzen.

Jeremia 31:31, 32

„‚Es kommen Tage‘, erklärt Jehova, ‚da werde ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund schließen. Er wird nicht wie der Bund sein, den ich mit ihren Vorfahren an dem Tag schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägypten herauszuführen — „mein Bund, den sie brachen, obwohl ich ihr wahrer Herr war“, erklärt Jehova.‘“

Jehova selbst hebt einen Unterschied hervor: Der neue Bund „wird nicht wie“ der Bund sein, den er mit den Israeliten schloss, als er sie aus Ägypten herausführte.

Dieser frühere Bund hatte Israel große Vorrechte gegeben. Als die Nation ihn annahm, wurde sie Jehovas „besonderes Eigentum“. Außerdem stellte der Stamm Levi die Priester, und die Opfer ermöglichten es dem Volk, ein anerkanntes Verhältnis zu Gott zu bewahren.

Doch das Gesetz machte auch ein Problem deutlich. Die Israeliten waren unvollkommen und konnten es nicht vollkommen befolgen. Immer wieder sündigten sie und mussten neue Opfer darbringen. Tierblut konnte die Sünde nicht endgültig beseitigen.

Es war, als hätte man eine Schuld, die vorübergehend gedeckt wurde, aber nie vollständig verschwand. Jedes Opfer erinnerte daran, dass noch eine endgültige Lösung nötig war.

Deshalb war etwas Besseres nötig: ein vollkommenes Opfer, das nicht wiederholt werden musste und dauerhafte Vergebung ermöglichen konnte.

Jeremias Ankündigung war also außergewöhnlich. Jehova kündigte eine neue Regelung an, durch die etwas erreicht werden konnte, was der Gesetzesbund aus eigener Kraft nicht bewirken konnte.

Das hilft uns auch, Jehovas Handlungsweise zu schätzen. Er ändert seine Maßstäbe nicht, um sie der menschlichen Unvollkommenheit anzupassen. Vielmehr sorgt er liebevoll für das nötige Mittel, damit unvollkommene Menschen ein gutes Verhältnis zu ihm haben können, ohne dass seine Gerechtigkeit beeinträchtigt wird.

Der zweite Punkt erklärt, worin dieser neue Bund bestehen würde: Er würde zwischen Jehova und dem geistigen Israel geschlossen werden und eine rechtliche Grundlage für die Sündenvergebung schaffen.

Jeremia 31:33, 34

„‚Denn das ist der Bund, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließen werde‘, erklärt Jehova. ‚Ich werde mein Gesetz in sie hineinlegen und in ihr Herz schreiben. Ich werde ihr Gott werden und sie mein Volk.‘ ‚Es wird nicht mehr so sein, dass jeder seinen Mitmenschen und seinen Bruder lehrt und sagt: „Lernt Jehova kennen!“, weil sie mich alle kennen werden, vom Kleinsten bis zum Größten‘, erklärt Jehova. ‚Denn ich werde ihr Vergehen vergeben und mich nicht mehr an ihre Sünde erinnern.‘“

Achten wir auf zwei schöne Gedanken in diesen Versen.

Erstens sagte Jehova: „Ich werde mein Gesetz in sie hineinlegen und in ihr Herz schreiben.“ Es würde nicht einfach darum gehen, geschriebene Regeln zu kennen. Diejenigen, die zum neuen Bund gehören würden, müssten Jehovas Gesetze lieben und zulassen, dass sie ihre Gedanken, Beweggründe und Entscheidungen tief beeinflussen.

Zweitens versprach Jehova: „Ich werde ihr Vergehen vergeben und mich nicht mehr an ihre Sünde erinnern.“

Wie konnte Jehova das tun und gleichzeitig seiner eigenen Gerechtigkeit vollkommen entsprechen?

Er konnte Sünde nicht einfach übersehen. Sein Maßstab verlangte eine rechtliche Grundlage für Vergebung. Und diese Grundlage würde nicht das Blut von Stieren oder Ziegen sein. Der neue Bund wurde durch etwas unendlich Wertvolleres rechtskräftig gemacht: das vollkommene Blut Jesu Christi.

Jesu Opfer stellte das nötige Lösegeld bereit. Im Gegensatz zu den Tieropfern, die immer wieder dargebracht werden mussten, konnte sein vollkommenes Opfer dauerhafte Vergebung ermöglichen.

Wenn Jehova also sagt, dass er sich „nicht mehr an“ die Sünde erinnern wird, bedeutet das nicht, dass er sie buchstäblich vergisst. Es bedeutet, dass er, nachdem er aufgrund des Opfers Christi vergeben hat, diese Sünden der Person nicht weiterhin vorhält.

Wer gehört unmittelbar zu diesem neuen Bund?

Nicht die Nation des natürlichen Israel. Jesus erklärte, dass das Vorrecht, das diese Nation gehabt hatte, einer anderen Nation gegeben werden würde. Diese erwies sich als „das Israel Gottes“, das aus mit heiligem Geist gesalbten Christen besteht.

Der alte Bund wurde also zwischen Jehova und dem natürlichen Israel geschlossen, der neue Bund dagegen zwischen Jehova und dem geistigen Israel, mit Jesus Christus als Mittler.

Das zeigt, wie viel Jehova getan hat, um das Problem der Sünde zu lösen. Er senkte seinen Maßstab der Gerechtigkeit nicht. Er zahlte den höchstmöglichen Preis, indem er seinen eigenen Sohn als Lösegeld zur Verfügung stellte.

Doch vielleicht fragt sich jemand: „Wenn der neue Bund mit gesalbten Christen geschlossen wird, was ist dann mit Christen, die hoffen, für immer auf der Erde zu leben?“

Das führt uns zum dritten Punkt: Auch Christen, die nicht zum geistigen Israel gehören, ziehen Nutzen aus dem neuen Bund.

Jesaja hatte vorausgesagt, dass sich Menschen, die nicht unmittelbar zu Israel gehörten, Jehova anschließen und aus seinen Vorkehrungen Nutzen ziehen könnten.

Jesaja 56:6, 7

„Die Ausländer, die sich Jehova anschließen, um ihm zu dienen und den Namen Jehovas zu lieben, damit sie seine Diener werden, alle, die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen und an meinem Bund festhalten, werde ich auch zu meinem heiligen Berg bringen und sie in meinem Haus des Gebets erfreuen. […] Denn mein Haus wird […] ein Haus des Gebets für alle Völker genannt werden.“

Christen mit irdischer Hoffnung sind keine Teilnehmer am neuen Bund. Sie sind jedoch Nutznießer davon. Sie halten an dieser Vorkehrung fest und ordnen sich ihr unter.

Dank des neuen Bundes und des Opfers Jesu können auch sie ein gutes Verhältnis zu Jehova haben, Vergebung ihrer Sünden erhalten und die Hoffnung haben, für immer unter Gottes Königreich zu leben.

Der neue Bund kommt also nicht nur einer kleinen Gruppe zugute. Seine Auswirkungen erreichen eine riesige Zahl von Menschen, die Jehova lieben und Glauben an das Opfer Christi ausüben.

Und hier finden wir eine ganz persönliche Lektion für uns alle.

Jehova sagte: „Ich werde mich nicht mehr an ihre Sünde erinnern.“ Wenn er einem reumütigen Menschen vergeben hat, hält er ihm nicht immer wieder vor, was er getan hat.

Ahmen wir diese Handlungsweise nach?

Vielleicht hat uns jemand verletzt und sich später aufrichtig entschuldigt. Wir haben gesagt: „Ich vergebe dir.“ Doch Monate später bringen wir das Geschehene während eines Streits wieder zur Sprache. Wenn wir das tun, ahmen wir Jehova nicht vollständig nach.

Das kann auf kleine Fehler zwischen Freunden oder Glaubensbrüdern zutreffen, aber auch auf viel schmerzhaftere Situationen. Vergeben bedeutet nicht immer, dass die Gefühle sofort verschwinden oder dass wir so tun müssen, als sei nichts geschehen. Manche Wunden brauchen Zeit, um zu heilen.

Wenn wir uns jedoch entschieden haben, einem reumütigen Menschen zu vergeben, sollten wir seinen Fehler nicht ständig als Waffe gegen ihn einsetzen.

Denken wir daran, wie beruhigend es ist zu wissen, dass Jehova mit uns nicht so umgeht. Wir alle machen Fehler. Vielleicht gibt es sogar Sünden aus der Vergangenheit, für die wir uns noch schämen. Aber wenn wir aufrichtig bereut haben und Jehova uns aufgrund des Opfers Christi vergeben hat, müssen wir nicht denken, dass er uns ständig an diesen Fehler erinnert.

Der neue Bund lehrt uns also sehr viel über Jehova. Er zeigt uns seine Gerechtigkeit, weil er Sünde nicht einfach übersehen hat. Er zeigt uns seine Liebe, weil er das Opfer seines Sohnes bereitgestellt hat. Und er zeigt uns seine Barmherzigkeit, weil er bereit ist, wirklich und dauerhaft zu vergeben.

Der Gesetzesbund erfüllte seinen Zweck, aber etwas Besseres war nötig. Jehova versprach diesen „neuen Bund“, machte ihn durch das Blut Jesu möglich und sorgte dafür, dass sowohl gesalbte Christen als auch diejenigen mit irdischer Hoffnung große Vorteile erhalten können.

Schätzen wir diese Vorkehrung deshalb sehr. Und immer wenn wir an Jehovas Worte denken: „Ich werde mich nicht mehr an ihre Sünde erinnern“, bemühen wir uns, seine Barmherzigkeit nachzuahmen und denen von Herzen zu vergeben, die aufrichtig bereuen.

So zeigen wir, wie dankbar wir dafür sind, dass Jehova diese wunderbare Verheißung erfüllt hat: „Ein neuer Bund“.


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