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Versammlungsbibelstudium für die Woche vom 30. November bis 6. Dezember 2026

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Kapitel 19: Sie erfüllten ein sehr schwieriges Gelübde

Wie zeigten Jephta und seine Tochter Mut?

Kommentar 1: Jephta zeigte Mut, als er die Verantwortung übernahm, den Israeliten zu helfen, obwohl man ihn zuvor sehr schlecht behandelt hatte. Er ließ nicht zu, dass sein Groll ihn davon abhielt, für Jehovas Volk einzutreten. Außerdem versuchte er vor der Schlacht, den Konflikt durch ein Gespräch mit dem König der Ammoniter zu lösen. Das zeigt mir, dass Mut nicht bedeutet, aggressiv zu sein. Manchmal muss man seine Gefühle beherrschen, Frieden suchen und bereit sein, selbst denen zu helfen, die einem geschadet haben.

Kommentar 2: Jephta zeigte auch Mut, als er die Israeliten gegen die Ammoniter führte. Er verließ sich jedoch nicht einfach auf seine Fähigkeiten als Krieger. Er wusste, was Jehova für Israel getan hatte, und erkannte, dass er Jehovas Hilfe brauchte, um zu siegen. Der Bericht erklärt, dass Jehovas Geist auf ihm war und Jehova ihnen den Sieg gab. Sein Mut war also mit Glauben verbunden. Er vertraute nicht auf sich selbst, sondern handelte in der Gewissheit, dass er Gottes Führung brauchte.

Kommentar 3: Jephtas Tochter zeigte Mut, als sie akzeptierte, was das Gelübde ihres Vaters bedeutete. Sie wusste, dass sie nicht heiraten und keine Kinder haben würde, und der Bericht macht deutlich, dass sie darunter litt. Trotzdem unterstützte sie ihren Vater dabei, sein Versprechen gegenüber Jehova zu erfüllen. Ihr Mut bedeutete nicht, dass sie keine Traurigkeit empfand. Sie brauchte Zeit, um mit ihren Freundinnen zu weinen, aber ihre Gefühle brachten sie nicht davon ab, den Dienst für Jehova an die erste Stelle zu setzen.

Kommentar 4: Der Mut von Jephtas Tochter beschränkte sich nicht auf den Augenblick, in dem sie das Gelübde annahm. Sie blieb Jehova im Lauf der Zeit treu. Im Kapitel wird erklärt, dass es im Heiligtum Unmoral gab, sie aber diesem schlechten Einfluss nicht nachgab. Das zeigt eine weitere Art von Mut: ein reines Verhalten beizubehalten, auch wenn andere in der Nähe das nicht tun. Ihr Beispiel erinnert mich daran, dass sich Loyalität sowohl in einer schwierigen Entscheidung als auch in den Entscheidungen zeigt, die wir jeden Tag treffen.

1. Was zeigt, dass die Ammoniter nicht nur gegen die Israeliten, sondern auch gegen die wahre Anbetung kämpften?

Kommentar 1: Ein wichtiges Detail ist der Zeitpunkt, zu dem dieser Angriff vorbereitet wurde. Die Israeliten hatten jahrelang unter Unterdrückung gelitten, doch schließlich bereuten sie, beseitigten ihre Götzen und dienten wieder Jehova. Danach versammelten sich die Ammoniter in Gilead zu einem großen Krieg. Die Erklärung aus dem Einsichten-Buch zeigt, dass es um die wahre Anbetung ging. Es war nicht nur ein Streit um Land; angegriffen wurde ein Volk, das gerade wieder begonnen hatte, den wahren Gott anzubeten.

1. Korinther 10:20 — Nein, sondern ich sage, dass die anderen Völker ihre Opfer den Dämọnen opfern und nicht Gott. Und ich will nicht, dass ihr Teilhaber mit den Dämọnen werdet.

Kommentar 2: Dieser Vers hilft uns zu verstehen, was hinter der Anbetung der heidnischen Völker stand. Ihre Opfer galten den Dämonen, nicht Jehova. Deshalb erklärt das Einsichten-Buch, dass Satan diese Völker gegen Israel aufstachelte. Der Widerstand hatte eine geistige Dimension, auch wenn er sich durch einen Krieg äußerte.

Kommentar 3: Der Gegensatz zwischen den beiden Seiten ist ebenfalls bedeutsam. Israel entfernte die falschen Götter, während die Ammoniter weiterhin an der heidnischen Anbetung festhielten. Psalm 96:5 zeigt den Unterschied zwischen diesen wertlosen Göttern und Jehova, dem Schöpfer. Der Angriff war also nicht einfach ein Konflikt zwischen zwei Völkern mit unterschiedlichen Interessen. Er bedrohte Menschen, die beschlossen hatten, Jehova als ihren Gott anzuerkennen und den Götzendienst aufzugeben.

Kommentar 4: Mich beeindruckt, dass die Rückkehr zu Jehova den Widerstand nicht sofort beseitigte. Die Israeliten bewiesen ihre Reue durch Taten, und trotzdem bereiteten sich die Ammoniter auf den Angriff vor. Diese Bedrohung bedeutete also nicht, dass es falsch gewesen wäre, die Götzen aufzugeben. Das hilft uns, den Wert einer geistigen Entscheidung nicht danach zu beurteilen, wie leicht es danach wird. Wichtig ist, dass sie mit Jehovas Willen übereinstimmt, auch wenn es dadurch schwierig wird.

2. Jakob legte ebenfalls ein Gelübde gegenüber Jehova ab. Inwiefern ähnelte Jephtas Einstellung der von Jakob?

Kommentar 1: Beide wünschten sich von Herzen, dass Jehova sie führte. Jakob brauchte auf seiner Reise Schutz, und Jephta brauchte beim Kampf gegen die Ammoniter Hilfe. Obwohl ihre Umstände verschieden waren, dachte keiner von beiden, er könne sich allein auf seine eigenen Kräfte verlassen. Ihre Gelübde zeigten, dass sie von Jehova abhängig waren und seine Hilfe anerkennen wollten. Darin liegt die wichtigste Ähnlichkeit: Es ging ihnen nicht darum, ihre eigene Fähigkeit zu beweisen, sondern Gottes Führung zu erhalten und ihm die Ehre für ihren Erfolg zu geben.

Kommentar 2: Die dankbare Einstellung beider Männer zeigt sich an dem, was sie zu geben bereit waren. Jakob versprach, Jehova ein Zehntel von allem zu geben, was er erhalten würde. Auch Jephta wollte ihm etwas Wertvolles widmen, wenn er siegreich zurückkehrte. Ihre Gelübde waren zwar nicht gleich, doch beide erkannten, dass die Segnungen von Jehova kommen würden. Das ist eine gute Lektion für unsere Gebete: Wir können nicht nur um Hilfe bitten, sondern auch darüber nachdenken, wie wir unsere Dankbarkeit zeigen und das, was wir haben, für Jehova einsetzen können.

Richter 11:32-33 — Da zog Jẹphtha gegen die Ammonịter in den Kampf und Jehova gab sie in seine Hand. Er fügte ihnen eine sehr schwere Niederlage zu, den ganzen Weg von Ạroër bis Mịnnith — 20 Städte — und bis nach Ạbel-Kẹramim. So wurden die Ammonịter den Israeliten unterworfen.

Kommentar 3: Der Bericht schreibt den Sieg Jehova zu, nicht nur Jephtas militärischem Können. Das passt zu der Einstellung, die er in seinem Gelübde gezeigt hatte. Wie Jakob erkannte er, dass jeder Erfolg von göttlicher Hilfe abhängen würde. Sein Vertrauen in Jehova blieb daher nicht bei Worten; er handelte im Vertrauen auf ihn.

Kommentar 4: Wichtig ist auch, dass Jephta verstand, dass Jehova wollte, dass sie gegen Ammon kämpften, und dass er bereits die Kraft von Jehovas Geist hatte. Sein Gelübde brachte den aufrichtigen Wunsch zum Ausdruck, Führung zu erhalten und Jehova zu ehren. Der Vergleich mit Jakob hebt diese Herzenshaltung hervor. Um sie nachzuahmen, müssen wir ihre Gelübde nicht wiederholen. Wir können unsere Grenzen anerkennen, vor dem Handeln Jehovas Führung suchen und uns nicht selbst den ganzen Verdienst zuschreiben, wenn etwas gut ausgeht. So zeigen wir demütiges Vertrauen wie sie.

3. Warum war es für Jephta ein großes Opfer, sein Gelübde zu erfüllen?

Kommentar 1: Es war ein enormes Opfer, weil das Mädchen seine einzige Tochter war; Jephta hatte keine weiteren Kinder. Da sie sich ganz dem Dienst für Jehova widmete, würde sie nicht heiraten und keine Kinder bekommen. Er würde also keine Enkel haben, und niemand würde den Namen und das Erbe der Familie weiterführen. Das Gelübde beeinflusste die Zukunft von beiden tiefgreifend.

Kommentar 2: Jephtas Reaktion zeigt, wie schwer es ihm fiel, sein Versprechen zu erfüllen. Als seine Tochter ihm entgegenkam, zerriss er seine Kleidung und brachte seine tiefe Trauer zum Ausdruck. Ihm war keineswegs gleichgültig, was sie verlieren würde und was das für ihn bedeutete. Auch seine Tochter brauchte Zeit, um über die Möglichkeit zu weinen, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Das hilft mir zu verstehen, dass jemand sehr traurig sein und trotzdem fest entschlossen sein kann, Jehova treu zu bleiben.

Kommentar 3: Es ist wichtig klarzustellen, dass Jephta seine Tochter nicht töten würde. Jehova verbot und verabscheute Menschenopfer. Das Opfer bestand darin, dass sie ihr Leben dem Dienst für Jehova widmete und auf Ehe und Mutterschaft verzichtete. Deshalb spricht der Bericht von ihrer Trauer über ihre Jungfräulichkeit. So verstehen wir ihre Loyalität richtig: Vater und Tochter taten nichts Grausames, um Gott zu gefallen, sondern nahmen einen sehr schmerzhaften persönlichen Verzicht auf sich, um das Gelübde zu erfüllen.

5. Mose 23:21,23 — Falls du Jehova, deinem Gott, ein Gelübde ablegst, zögere nicht, es zu erfüllen — denn Jehova, dein Gott, wird es mit Sicherheit von dir fordern —, sonst begehst du eine Sünde. Halte dich an die Worte, die über deine Lippen gekommen sind, und tu, was du mit deinem Mund gelobt hast — als freiwillige Gabe für Jehova, deinen Gott.

Kommentar 4: Dieses Gesetz hilft zu verstehen, warum Jephta persönlichen Schmerz nicht als Grund betrachtete, sein Gelübde zu brechen. Er hatte Jehova freiwillig etwas versprochen und nahm das sehr ernst. Seine Tochter achtete das ebenfalls. Für beide wog die Loyalität gegenüber Jehova schwerer als die eigenen Wünsche.

4. Der Prophet Samuel wurde um 1180 v. u. Z. geboren. Was zeigt, dass er und Jephtas Tochter zur gleichen Zeit im Heiligtum gedient haben könnten?

Kommentar 1: Die Jahreszahlen machen diese Möglichkeit deutlich. Samuel wurde um 1180 v. u. Z. geboren, und Jephtas Richtertätigkeit begann ungefähr 1173. Samuel wäre also etwa sieben Jahre alt gewesen, als Jephta zu richten begann. Da beide in dieselbe Zeit gehören, könnte Jephtas Tochter im Heiligtum gedient haben, während Samuel noch ein Kind war.

Richter 12:7 — Jẹphtha aus Gịlead war sechs Jahre Richter in Israel. Schließlich starb er und wurde in seiner Stadt in Gịlead begraben.

Kommentar 2: Die sechs Jahre von Jephtas Richtertätigkeit passen zu Samuels ersten Lebensjahren. Das Einsichten-Buch ordnet diese Zeit wahrscheinlich der Richterschaft Elis zu. Außerdem hilft Jephtas Hinweis auf die 300 Jahre israelitischer Besiedlung, den Beginn dieser Zeit einzuordnen. Die mögliche Überschneidung stützt sich somit auf chronologische Angaben, auch wenn die Jahreszahlen nur ungefähr sind.

Kommentar 3: Wir sollten zwischen dem unterscheiden, was die Jahreszahlen ermöglichen, und dem, was der Bericht bestätigt. Die Chronologie macht es möglich, dass Samuel und Jephtas Tochter dort gleichzeitig dienten. Wir wissen aber nicht, ob sie an seiner Ausbildung beteiligt war oder persönlichen Einfluss auf ihn hatte. Das Kapitel wirft diese Fragen auf, ohne eine sichere Antwort zu geben. Auch wir sollten vorsichtig bleiben: Wir können über diese Möglichkeit nachdenken, doch das treue Beispiel von Jephtas Tochter hängt nicht davon ab, ob es tatsächlich so war.

Wie können Kinder beeinflusst werden, wenn ihre Eltern so mutig sind wie Jephta?

Kommentar 1: Das kann ihnen helfen zu verstehen, dass Jehova den ersten Platz verdient, auch wenn Gehorsam Opfer kostet. Jephtas Tochter sah, dass ihr Vater sein Versprechen nicht aus persönlichem Vorteil rückgängig machen wollte, und sie zeigte dieselbe Loyalität. Kinder lernen viel, wenn sie beobachten, dass ihre Eltern an einer richtigen Entscheidung festhalten, obwohl sie dafür etwas aufgeben müssen. Sie hören nicht nur, dass der Dienst für Jehova wichtig ist, sondern sehen, dass ihre Eltern wirklich davon überzeugt sind. Dieses Beispiel kann sie ermutigen, eigene Überzeugungen zu entwickeln.

Kommentar 2: Das Beispiel der Eltern kann Kindern auch zeigen, wie man Schmerz erträgt, ohne das Richtige aufzugeben. Jephta verbarg nicht, dass er litt, benutzte sein Leiden aber auch nicht als Entschuldigung für den Bruch seines Gelübdes. Kinder können dadurch lernen, dass Mut nicht bedeutet, nie zu weinen oder immer alle Antworten zu haben. Mut bedeutet, Jehova auch in einer schwierigen Lage treu zu bleiben. Das hilft ihnen, sich nicht als Versager zu fühlen, wenn eine richtige Entscheidung Traurigkeit verursacht oder sehr schwerfällt.

Kommentar 3: Eine weitere Lektion ist, wie man reagiert, wenn andere einen schlecht behandeln. Jephta war Unrecht widerfahren, doch das hielt ihn nicht davon ab, Jehovas Volk zu helfen. Wenn Eltern so handeln, lehren sie durch ihr Beispiel, dass Groll unsere Entscheidungen nicht bestimmen darf. Kinder können lernen, Frieden zu suchen, zusammenzuarbeiten und Gutes zu tun, ohne in dem gefangen zu bleiben, was andere ihnen angetan haben. Dieser Mut ist in der Familie und in der Versammlung sehr wertvoll.

Wie können Christen die jungen Frauen nachahmen, die Jephtas Tochter ermutigten und ihr halfen, mutig zu bleiben?

Kommentar 1: Wir können die jungen Israelitinnen nachahmen, indem wir regelmäßig ermutigen, nicht nur dann, wenn jemand eine schwierige Entscheidung trifft. Sie gingen jedes Jahr zu Jephtas Tochter und lobten sie. Ihre Unterstützung beschränkte sich nicht auf den Beginn ihres Dienstes. Auch jemand, der Opfer gebracht hat, um mehr für Jehova zu tun, braucht vielleicht lange danach Zuneigung. Uns nach seinem Befinden zu erkundigen, zuzuhören und den Kontakt zu pflegen kann ihm helfen, zu spüren, dass seine Brüder und Schwestern ihn und seine Anstrengungen nicht vergessen haben.

Kommentar 2: Wir können auch aufrichtiges und konkretes Lob aussprechen. Die jungen Frauen erkannten den Mut von Jephtas Tochter an und ermunterten sie. Wir könnten einem Bruder sagen, welcher Aspekt seiner Treue uns gestärkt hat, statt uns auf eine allgemeine Gratulation zu beschränken. Das bedeutet nicht, seine Schwierigkeiten kleinzureden. Wir können seine Gefühle anhören und ihm zugleich helfen, das Gute an seinem Beispiel zu sehen. Manchmal geben wohlüberlegte Worte gerade dann Kraft, wenn jemand sie braucht, um weiterzumachen.

Kommentar 3: Das Bild im Kapitel zeigt eine praktische Möglichkeit, solche Unterstützung zu geben. Eine Schwester, die in ein anderes Land gezogen ist, erhält ein Paket und spricht per Videoanruf mit ihren Freunden. Je nach unseren Möglichkeiten können wir etwas Ähnliches tun: eine Karte schicken, ein liebevolles Gespräch führen oder bei einem konkreten Bedürfnis helfen. Das Geschenk muss nicht groß sein. Wichtig ist, dass die Person unser aufrichtiges Interesse spürt. So bewundern wir nicht nur ihren Mut, sondern helfen ihr auch, sich begleitet zu fühlen, während sie Jehova weiter dient.

Wie können Sie das mutige Beispiel von Jephta und seiner Tochter nachahmen?

Kommentar 1: Ich kann Jephta nachahmen, wenn ich nicht zulasse, dass eine schlechte Erfahrung mich davon abhält, weiterhin Gutes zu tun. Er hatte Grund, wegen der Behandlung durch seine Halbbrüder verletzt zu sein, war aber bereit zu helfen, als das Volk ihn brauchte. Wenn mich jemand enttäuscht, kann ich mich fragen, ob dieser Schmerz bestimmt, wie ich andere behandle. Sein Beispiel ermutigt mich, Frieden zu suchen und weiter mitzuarbeiten. Dadurch wird das Geschehene nicht ungeschehen, aber Groll wird nicht zum Wichtigsten.

Kommentar 2: Jephtas Tochter lehrt mich, Jehovas Maßstäbe einzuhalten, auch wenn andere sie nicht respektieren. Sie blieb trotz der Unmoral im Heiligtum treu. Deshalb möchte ich keine falsche Entscheidung damit rechtfertigen, dass andere sie ebenfalls treffen. Mein Verhalten sollte von meiner Beziehung zu Jehova abhängen, nicht vom schlechten Beispiel anderer. Ihren Mut nachzuahmen bedeutet, eigene Überzeugungen zu bewahren und danach zu handeln, selbst wenn es leichter wäre, sich von der Umgebung treiben zu lassen.

Kommentar 3: Ich kann sie auch nachahmen, indem ich meine Verpflichtungen gegenüber Jehova ernst nehme und Hilfe annehme, wenn es schwer wird, sie zu erfüllen. Jephtas Tochter war entschlossen, treu zu sein, verbrachte aber trotzdem Zeit mit ihren Freundinnen und ließ sich ermutigen. Manchmal denken wir, stark zu sein bedeute, alles allein zu bewältigen. Ihr Beispiel zeigt etwas anderes: Wir können an unserer Entscheidung festhalten und trotzdem anerkennen, dass wir Unterstützung brauchen. Mit geistig gesinnten Freunden zu sprechen und uns ermutigen zu lassen kann uns helfen, weiterzumachen, ohne unsere Gefühle zu verdrängen oder das Richtige aufzugeben.

Was lehrt mich dieser Bericht über Jehova?

Kommentar 1: Ich lerne, dass Jehova mitfühlend ist und auf aufrichtige Reue achtet. Die Israeliten hatten ihn verlassen, erkannten später aber ihre Sünde, entfernten ihre falschen Götter und dienten ihm wieder. Richter 10:15, 16 zeigt, dass Jehova ihr Leid berührte. Ihre Reue bestand nicht nur aus Worten; sie änderten ihr Verhalten. Das macht mir Mut, weil Jehova nicht gleichgültig ist, wenn jemand seine Fehler erkennt und zu ihm zurückkehrt. Zugleich erinnert es mich daran, dass sich Reue in unseren Taten zeigen muss.

Kommentar 2: Der Bericht hilft mir auch zu verstehen, dass Jehova grausame Bräuche nicht gutheißt. Es wäre falsch, anzunehmen, Jephtas Gelübde habe bedeutet, seine Tochter zu töten, denn das Gesetz verbot Menschenopfer ausdrücklich. Sie würde ihr Leben dem Dienst für Jehova widmen. Das ist wichtig, um unseren Gott richtig kennenzulernen: Seine Anbetung darf nicht mit den abscheulichen Bräuchen der Nachbarvölker verwechselt werden. Wenn uns eine Aussage schwierig erscheint, müssen wir sie im Licht dessen verstehen, was Jehova über seine Maßstäbe deutlich offenbart hat.

Kommentar 3: Ich lerne außerdem, dass Jehova den Glauben seiner Diener schätzt. Lange nach diesen Ereignissen wurde Jephta unter den Glaubensbeispielen in Hebräer 11 erwähnt. Seine Treue war nicht vergessen. Der Bericht bewahrt auch das Beispiel seiner Tochter, obwohl ihr Name nicht genannt wird. Das hilft mir, Loyalität höher zu schätzen als persönliche Anerkennung. Wichtig ist nicht, dass jeder unsere Anstrengungen kennt, sondern dass wir Jehova in den Aufgaben, die wir haben, weiterhin Glauben und Liebe zeigen.

Wie hängt dieser Bericht mit Jehovas Vorsatz und dem Hauptthema der Bibel zusammen?

Kommentar 1: Der Bericht hebt die Frage hervor, wem Anbetung zusteht. Israel hatte Jehova verlassen und falschen Göttern gedient, erkannte später aber seinen Fehler und kehrte zu ihm zurück. Diese Entscheidung steht mit dem biblischen Thema in Verbindung, Jehova als den wahren Gott anzuerkennen und seine Autorität zu achten. Der Sieg machte nicht Jephta zum Mittelpunkt des Berichts, denn Jehova ermöglichte die Befreiung. Dadurch wird der Unterschied zwischen den wertlosen Göttern der Völker und dem Gott deutlich, der seinem Volk helfen konnte.

Kommentar 2: Wir sehen auch Satans Widerstand gegen die wahre Anbetung. Die Erklärung aus dem Einsichten-Buch zeigt, dass er die heidnischen Völker gegen Israel aufstachelte. Jephta und seine Tochter verließen Jehova jedoch weder unter diesem Druck noch angesichts der persönlichen Opfer, die sie später bringen mussten. Ihr Beispiel zeigt, dass Menschen sich auch dann für die Loyalität gegenüber Gott entscheiden können, wenn es sie etwas kostet. Der Bericht handelt daher nicht nur von einem militärischen Sieg, sondern auch vom Glauben von Menschen, die erkannten, dass Jehova ihren Gehorsam verdiente.

Kommentar 3: Ein weiterer Bezug zum Vorsatz Jehovas besteht darin, dass er für sein Volk und die wahre Anbetung eintrat. Die Ammoniter konnten Jehova nicht daran hindern, Israel zu befreien. Jephta und seine Tochter zeigten, wie man persönlich auf diese Hilfe reagiert: mit Dankbarkeit und Loyalität. Beides gehört zusammen. Es reicht nicht, zu bewundern, was Jehova zur Verwirklichung seines Vorsatzes tut; jeder kann ihn durch seine Lebensweise unterstützen. Die beiden taten das, obwohl sie dadurch auf sehr wichtige Wünsche verzichten mussten.

Was würde ich Jephta und seiner Tochter gern fragen, wenn sie auferstehen?

Kommentar 1: Jephta würde ich gern fragen, was ihm half, nicht von Groll beherrscht zu werden, als die Ältesten von Gilead ihn holten. Wir wissen, dass er ungerecht behandelt worden war und trotzdem bereit war zu helfen. Ich würde gern hören, wie er diese Entscheidung traf und welche Gedanken über sein Vertrauen auf Jehova ihm Kraft gaben. Wir kennen nicht alle seine Gedanken, aber sein Verhalten zeigt das Ergebnis. Es wäre sehr bereichernd, von ihm selbst zu hören, wie er das Wohl des Volkes über seine persönlichen Verletzungen stellte.

Kommentar 2: Seine Tochter würde ich gern fragen, welche Worte ihrer Freundinnen sie am meisten ermutigten und welche Freuden sie dadurch fand, dass sie ihr Leben dem Dienst für Jehova widmete. Der Bericht sagt, dass sie auf Ehe und Kinder verzichten musste, aber auch, dass sie jedes Jahr gelobt und ermutigt wurde. Ich würde diesen Teil ihres Lebens gern besser kennenlernen, ohne jetzt Antworten zu erfinden, die wir nicht haben. Ihr zuzuhören könnte uns noch mehr schätzen lassen, wie viel liebevolle Unterstützung für jemanden bedeutet, der Jehova treu bleiben möchte.

Kommentar 3: Ich würde sie auch fragen, ob sie den kleinen Samuel kennenlernte und Zeit mit ihm im Heiligtum verbrachte. Die Chronologie lässt diese Möglichkeit zu, aber das Kapitel räumt ein, dass wir nicht wissen, ob sie seine Ausbildung beeinflusste. Es wäre schön, diese Frage durch ihren eigenen Bericht zu klären. Wie auch immer die Antwort lautet, ich würde ihr für ihr Beispiel danken. Wir müssen nicht alle Einzelheiten ihres Lebens kennen, um ihren Mut, ihr reines Verhalten und ihre Loyalität zu bewundern, mit der sie half, das Gelübde zu erfüllen.

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