Hesekiel 18:22, Fußnote. In welchem Sinn erinnert sich Jehova nicht mehr an die Sünden eines Menschen, wenn er ihm vergibt?
Hesekiel 18:22 — Keine seiner Übertretungen wird ihm angelastet werden. Er wird am Leben bleiben, weil er gerecht handelt.‘
Antwort 1: Der Schlüssel liegt in der biblischen Bedeutung von „erinnern“. Der hebräische Begriff beschränkt sich nicht darauf, etwas aus der Vergangenheit ins Gedächtnis zu rufen; er kann auch einschließen, entsprechend zu handeln. Wenn Jehova also vergibt und die Sünden nicht mehr in Erinnerung behält, bedeutet das, dass er nicht gegen den reumütigen Menschen wegen dieser Verfehlungen vorgehen wird. Es geht nicht um einen Gedächtnisverlust, sondern darum, wie Jehova mit Sünden umgeht, die er vergeben hat.
Antwort 2: Ein konkreter Aspekt ist, dass Jehova den reumütigen Sünder nicht wieder wegen Verfehlungen anklagt, die er ihm bereits vergeben hat. Diese Fehler bleiben nicht offen, um später gegen ihn verwendet zu werden. Nicht erinnern hat also eine sehr praktische Bedeutung: Jehova führt das, was er vergeben hat, nicht wieder als Anklagegrund an. Das erklärt, warum seine Vergebung nicht nur eine Erklärung ist, sondern bestimmt, wie er mit diesem Menschen umgehen wird.
Antwort 3: Ein weiterer Aspekt ist die Bestrafung. Jehova greift nicht wieder auf vergebene Sünden zurück, um denjenigen zu bestrafen, der bereut hat. Die Erklärung verbindet Erinnerung eng mit Handlung: Sich an eine Verfehlung zu erinnern könnte bedeuten, Maßnahmen gegen denjenigen zu ergreifen, der sie begangen hat. In diesem Fall versichert Jehova, dass er das nicht tun wird. Der Ausdruck bezieht sich daher nicht nur darauf, woran er sich erinnert, sondern darauf, dass er wegen dieser Verfehlungen nicht strafend handeln wird.
Antwort 4: Die Erklärung bezieht sich ausdrücklich auf einen reumütigen Sünder, nicht auf jemanden, der weiterhin Böses tun möchte. Im Kontext von Hesekiel 18:22 hat der Betreffende seine Sünden aufgegeben und begonnen, gerecht zu handeln. Jehova nimmt seine früheren Vergehen nicht zur Grundlage für eine Verurteilung. Nicht mehr an seine Sünden zu denken bedeutet daher nicht, gutzuheißen, was er getan hat, sondern demjenigen zu vergeben, der seine Lebensweise geändert hat.
Antwort 5: Hesekiel 18:22 zeigt auch, wie weit diese Vergebung reicht: Keine der vergebenen Verfehlungen wird dem reumütigen Menschen angelastet. Jehova hebt nicht einige davon auf, um sie ihm später vorzuhalten. Der Vers stellt seine früheren Sünden seiner jetzigen gerechten Lebensweise gegenüber. Wenn es heißt, dass Jehova nicht mehr daran denkt, wird somit betont, dass diese vergebenen Verfehlungen nicht weiter die Grundlage für sein Urteil über ihn bilden.
Welche geistigen Schätze hast du beim Bibellesen diese Woche gefunden?
Geistige Schätze aus HESEKIEL 17
Hesekiel 17:2 — „Menschensohn, erzähl ein Rätsel und sag ein Sprichwort über das Haus Israel auf.
Kommentar 1: In Hesekiel 17:2 bittet Jehova den Propheten, durch ein Rätsel zu lehren. Das erinnert mich daran, wie wertvoll Vergleiche sind, wenn man eine biblische Wahrheit erklärt. Im Dienst kann ein einfaches Beispiel Interesse wecken und helfen, die Lehre im Gedächtnis zu behalten. Wichtig ist, dass es den Gedanken verdeutlicht und nicht davon ablenkt.
Hesekiel 17:8 — Doch er war ja bereits auf einem guten Feld gepflanzt, wo es viel Wasser gab, um Zweige wachsen zu lassen, Frucht zu tragen und zu einem majestätischen Weinstock zu werden. “‘
Kommentar 2: Hesekiel 17:8 erklärt, dass der Weinstock bereits guten Boden und genügend Wasser hatte, um sich zu entwickeln. Das Problem war nicht, dass ihm die nötigen Voraussetzungen fehlten, Frucht zu tragen. Das regt mich an, die geistigen Hilfen zu schätzen, die ich habe, statt immer zu denken, ich brauche andere Umstände, um Fortschritte zu machen. Ich kann mich fragen, ob ich das Bibellesen, die Zusammenkünfte und die Ermunterung der Brüder gut nutze. Für diese Hilfen dankbar zu sein schließt ein, sie auch zu gebrauchen.
Hesekiel 17:12 — „Richte bitte dem rebellischen Volk aus: ‚Erkennt ihr nicht, was das alles bedeutet?‘Sag: ‚Der König von Babylon kam nach Jerusalem und nahm den König und die führenden Männer mit nach Babylon.
Kommentar 3: In Hesekiel 17:12 lässt Jehova das Rätsel nicht unerklärt. Er identifiziert den König von Babylon und erklärt, was dieser in Jerusalem getan hatte. Das lehrt mich, zuerst nach der Erklärung zu suchen, die die Bibel selbst gibt, bevor ich ihren Bildern Bedeutungen zuschreibe. Beim Studieren oder Vorbereiten eines Kommentars sollte man den Zusammenhang sorgfältig lesen. Eine auffällige Erklärung ist nicht unbedingt richtig; entscheidend ist, dass sie durch den Vers gestützt wird.
Hesekiel 17:14 — damit das Königreich am Boden lag und sich nicht erheben konnte. Nur wenn es sich an seinen Bund hielt, würde es fortbestehen.
Kommentar 4: Hesekiel 17:14 zeigt, dass das Königreich bestehen bleiben konnte, wenn es den Bund respektierte, auch wenn seine Stellung bescheidener war. Dass diese Einschränkung nicht akzeptiert wurde, trug zu einer verhängnisvollen Entscheidung bei. Auf mich persönlich angewandt sehe ich, dass eine weniger herausragende Stellung mich nicht daran hindert, treu zu handeln. Wenn sich meine Umstände oder Verantwortlichkeiten ändern, kann ich weiterhin nützlich sein. Ich muss nicht um jeden Preis wieder im Mittelpunkt stehen; ich muss das, was jetzt meine Aufgabe ist, gut erfüllen.
Hesekiel 17:15 — Doch schließlich rebellierte der König gegen ihn, als er seine Boten nach Ägypten schickte, um von dort Pferde und ein großes Heer zu erhalten. Wird er Gelingen haben? Wird der, der so etwas tut, der Strafe entgehen? Kann er den Bund brechen und dennoch entkommen?‘
Kommentar 5: In Hesekiel 17:15 suchte der König Pferde und ein Heer in Ägypten, doch dadurch brach er seinen Bund. Die erhoffte Hilfe machte seine Entscheidung nicht richtig. Das erinnert mich daran, dass es bei der Bewertung einer Gelegenheit nicht genügt, nur an ihre Vorteile zu denken. Ich muss mich auch fragen, ob ich dadurch mein Wort brechen oder ein biblisches Prinzip übergehen müsste. Ein scheinbarer Vorteil rechtfertigt niemals untreues Handeln.
Hesekiel 17:17 — Das große Heer und die vielen Soldaten des Pharao werden ihm im Krieg keine Hilfe sein, wenn Belagerungsrampen und Bollwerke errichtet werden, um viele Menschenleben auszulöschen.
Kommentar 6: Hesekiel 17:17 weist darauf hin, dass die zahlreichen Truppen des Pharao nicht die erwartete Hilfe leisten konnten. Was wie eine Sicherheitsgarantie aussah, erwies sich als unzureichend. Das lässt mich darüber nachdenken, worauf ich vertraue, wenn ich Angst habe. Materielle Mittel und menschliche Hilfe sind begrenzt. Deshalb möchte ich zwar bei einem Problem praktische Schritte unternehmen, ihnen aber nicht mehr Gewicht geben als meiner Beziehung zu Jehova und dem Gehorsam gegenüber seinen Grundsätzen.
Hesekiel 17:18 — Er hat einen Eid verachtet und einen Bund gebrochen. Obwohl er sein Wort gegeben hatte, tat er das alles und wird nicht entkommen. “‘
Kommentar 7: In Hesekiel 17:18 wird betont, dass der König sein Wort gegeben und dann den Bund gebrochen hatte. Jehova betrachtete das nicht als belanglos. Das motiviert mich, vorsichtig zu sein, bevor ich etwas verspreche, und danach zuverlässig zu handeln. In der Familie, bei der Arbeit oder in der Versammlung planen andere mit dem, was wir sagen. Unsere Verpflichtungen einzuhalten zeigt Respekt und hilft anderen, uns zu vertrauen.
Hesekiel 17:19 — ‚Darum sagt der Souveräne Herr Jehova: „So wahr ich lebe: Ich werde die Folgen dafür, dass er meinen Eid verachtet und meinen Bund gebrochen hat, auf ihn zurückfallen lassen.
Kommentar 8: Hesekiel 17:19 zeigt, dass Jehova jenen Eid und jenen Bund als die seinen betrachtete. Sie zu brechen war daher nicht nur eine Angelegenheit zwischen Herrschern, sondern auch eine Respektlosigkeit ihm gegenüber. Das erinnert mich daran, dass mein Verhalten gegenüber anderen eine geistige Dimension hat. Ich kann meine Anbetung nicht von meiner täglichen Ehrlichkeit trennen. Wie ich meine Verpflichtungen erfülle, zeigt ebenfalls, wie sehr ich Jehova respektiere und seine Anerkennung schätze.
Hesekiel 17:21 — Alle seine davonlaufenden Soldaten werden durch das Schwert fallen und die Übriggebliebenen werden in alle Richtungen zerstreut werden. Dann werdet ihr erkennen müssen, dass ich selbst, Jehova, gesprochen habe. “‘
Kommentar 9: In Hesekiel 17:21 würden die Folgen der Rebellion auch die Soldaten treffen: Einige würden sterben, andere würden zerstreut werden. Das erinnert mich daran, dass die Entscheidungen eines Verantwortlichen viele Menschen beeinflussen können. Bevor ich handle, sollte ich nicht nur daran denken, was ich erreichen möchte, sondern auch daran, wie sich meine Entscheidung auf diejenigen auswirkt, die von mir abhängen. Ihr Wohlergehen zu berücksichtigen kann mir helfen, eine impulsive oder selbstsüchtige Entscheidung zu bremsen.
Hesekiel 17:22 — ‚Das sagt der Souveräne Herr Jehova: „Ich werde einen jungen Trieb vom Wipfel der hohen Zeder nehmen und ihn einpflanzen. Von der Spitze ihrer Zweige werde ich einen zarten jungen Trieb abpflücken, und ich selbst werde ihn auf einem hohen und erhabenen Berg einpflanzen.
Kommentar 10: Hesekiel 17:22 ändert den Ton der Botschaft: Nachdem Jehova die Folgen der Untreue angekündigt hat, verspricht er, selbst einen Trieb zu nehmen und einzupflanzen. Bemerkenswert ist, dass die Initiative von Jehova ausgeht, nicht von den Plänen der Herrscher. Das stärkt mein Vertrauen darauf, dass menschliche Fehler Jehova nicht daran hindern, seinen Vorsatz auszuführen. Wenn eine Situation aussichtslos erscheint, sollte ich Jehovas Möglichkeiten nicht an unseren begrenzten Möglichkeiten messen.
Hesekiel 17:23 — Auf einem hohen Berg Israels werde ich ihn einpflanzen und seine Äste werden wachsen und er wird Frucht tragen und zu einer majestätischen Zeder werden. Die verschiedensten Vögel werden in seinen Zweigen nisten und im Schatten seines Blätterdachs wohnen.
Kommentar 11: In Hesekiel 17:23 wächst der Baum, den Jehova einpflanzen will, nicht nur und trägt Frucht; er bietet auch vielen Vögeln Schatten und einen Ort zum Wohnen. Das ist ein Bild für Wachstum, das anderen zugutekommt. Auf mich angewandt lässt mich das darüber nachdenken, warum ich geistige Fortschritte machen möchte. Ich sollte nicht nach Anerkennung streben, sondern jemand werden, der andere ermuntert, ihnen zuhört und ihnen hilft. Unser Fortschritt ist viel nützlicher, wenn auch unsere Mitmenschen davon profitieren.
Hesekiel 17:24 — Und alle Bäume des Feldes werden erkennen müssen, dass ich selbst, Jehova, den hohen Baum erniedrigt und den niedrigen Baum erhöht habe. Ich habe den grünen Baum vertrocknen lassen und den trockenen Baum zum Blühen gebracht. Ich selbst, Jehova, habe gesprochen und es getan. “‘“
Kommentar 12: Hesekiel 17:24 stellt Jehova als denjenigen dar, der den hohen Baum erniedrigen und den trockenen Baum zum Blühen bringen kann. Äußerlichkeiten schränken seine Macht nicht ein. Das lehrt mich Demut, wenn es mir gut geht, und gibt mir Mut, wenn ich mich schwach oder unbedeutend fühle. Außerdem versichert Jehova, dass er sein Wort ausführen wird. Mein Vertrauen muss nicht darauf beruhen, wie alles jetzt aussieht, sondern auf der Zuverlässigkeit seines Wortes.
Geistige Schätze aus HESEKIEL 18
Hesekiel 18:4 — Alle Seelen — mir gehören sie. Wie die Seele des Vaters so auch die Seele des Sohnes — mir gehören sie. Die Seele, die sündigt, sie wird sterben.
Kommentar 1: Hesekiel 18:4 sagt, dass eine Seele sterben kann. Der Vers stellt die Seele daher nicht als unsterblich dar. Er zeigt auch, dass sowohl der Vater als auch der Sohn Jehova gehören. Das erinnert mich daran, dass unser Leben in seiner Hand liegt und jeder für sein eigenes Verhalten vor ihm Rechenschaft ablegen muss.
Hesekiel 18:6 — Er isst auf den Bergen keine Götzenopfer, schaut nicht zu den widerlichen Götzen des Volkes Israel auf, verunreinigt nicht die Frau seines Mitmenschen, hat keine Beziehungen mit einer Menstruierenden,
Kommentar 2: In Hesekiel 18:6 gehört zur Beschreibung des gerechten Menschen, Götzendienst abzulehnen und die Ehe eines anderen zu respektieren. Das lehrt mich, dass Treue zu Jehova nicht nur das umfasst, was wir bei der öffentlichen Anbetung tun; sie betrifft auch unser sittliches Verhalten. Ich kann diese Treue schützen, indem ich klare Grenzen für jede Beziehung setze, die unangebracht werden könnte. Die Ehe zu respektieren bedeutet, sowohl Ehebruch zu vermeiden als auch Gefühle nicht zu nähren, die dazu führen könnten.
Hesekiel 18:7 — behandelt niemanden rücksichtslos, sondern gibt seinem Schuldner das Pfand zurück, beraubt niemanden, sondern gibt sein eigenes Essen dem Hungrigen, bedeckt den Nackten mit einem Gewand,
Kommentar 3: Hesekiel 18:7 beschreibt den Gerechten nicht nur als jemanden, der keinen Schaden anrichtet. Er teilt auch sein Essen und gibt dem Bedürftigen Kleidung. Das hilft mir zu erkennen, dass Güte Initiative erfordert. Es genügt nicht zu sagen, dass ich niemandem schade; ich kann auf ein konkretes Bedürfnis achten und etwas tun, um es zu lindern. Manchmal zeigt eine einfache, diskrete Hilfe mehr Anteilnahme als viele besorgte Worte.
Hesekiel 18:8 — verlangt keine Zinsen und treibt keinen Wucher, sondern hält sich fern vom Unrechttun, fällt gerechte Urteile zwischen zwei Parteien,
Kommentar 4: In Hesekiel 18:8 schätzt Jehova es, wenn Angelegenheiten zwischen zwei Menschen wirklich gerecht geregelt werden. Das erinnert mich daran, dass Gerechtigkeit mehr verlangt, als demjenigen recht zu geben, den ich lieber mag. Wenn ich einen Streit anhöre, sollte ich voreilige Schlüsse vermeiden und anerkennen, dass ich vielleicht nicht alle Tatsachen kenne. In der Familie und in der Versammlung hilft uns Unparteilichkeit, Probleme nicht durch Bevorzugung oder Kommentare zu verschärfen, die auf unvollständigen Informationen beruhen.
Hesekiel 18:9 — befolgt stets meine Bestimmungen und richtet sich nach meinen Rechtsentscheidungen, um treu zu handeln. So ein Mensch ist gerecht und wird ganz bestimmt am Leben bleiben‘, erklärt der Souveräne Herr Jehova.
Kommentar 5: Hesekiel 18:9 verbindet Gerechtigkeit mit einem treuen und beständigen Verhalten, das sich an Jehovas Maßstäben orientiert. Es geht nicht darum, eine einzelne gute Tat zu tun, um eine falsche Lebensweise auszugleichen. Das motiviert mich, im Alltag Gewohnheiten des Gehorsams zu entwickeln, auch wenn mich niemand beobachtet. Treue zeigt sich in vielen kleinen Entscheidungen, die mit der Zeit erkennen lassen, welchen Platz Jehovas Anweisungen in meinem Leben einnehmen.
Hesekiel 18:14 — Aber angenommen, ein Vater hat einen Sohn, der all die Sünden seines Vaters sieht, und obwohl er sie sieht, tut er selbst nichts dergleichen.
Kommentar 6: Hesekiel 18:14 spricht von einem Sohn, der die Sünden seines Vaters sieht, sich aber entscheidet, sie nicht nachzuahmen. Dieser Gedanke ist für jemanden, der mit schlechten Vorbildern aufgewachsen ist, sehr ermutigend. Was wir erlebt haben, kann uns beeinflussen, zwingt uns aber nicht, es zu wiederholen. Wir können erkennen, dass ein Verhalten schädlich ist, und einen anderen Weg wählen. Der Vers erinnert mich auch daran, nicht aufgrund der Familiengeschichte vorschnell anzunehmen, wie jemand sein wird.
Hesekiel 18:20 — Die Seele, die sündigt, sie wird sterben. Ein Sohn wird nicht die Schuld am Vergehen seines Vaters tragen und ein Vater nicht die Schuld am Vergehen seines Sohnes. Dem gerechten Menschen allein wird seine Gerechtigkeit angerechnet werden und dem schlechten Menschen allein wird seine Schlechtigkeit angerechnet werden.
Kommentar 7: In Hesekiel 18:20 macht Jehova klar, dass weder der Vater noch der Sohn die Schuld des anderen trägt. Sein Urteil ist persönlich. Das hilft mir, zwischen den Folgen des Verhaltens eines Familienangehörigen und eigener Schuld daran zu unterscheiden. Es erinnert mich auch daran, dass ein guter Familienruf meinen eigenen Gehorsam nicht ersetzt. Jehova beurteilt mich nicht einfach nach meinen Beziehungen, sondern berücksichtigt, was ich selbst tue.
Hesekiel 18:21 — Wenn sich nun ein schlechter Mensch von all seinen Sünden abwendet, sich an meine Bestimmungen hält und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er ganz bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.
Kommentar 8: Hesekiel 18:21 zeigt, dass Reue bedeutet, die Sünde aufzugeben und das Richtige zu tun. Es besteht nicht nur darin, sich wegen des Geschehenen schlechtzufühlen. Der Vers hilft mir, meine Veränderungen ehrlich zu prüfen: Gebe ich das falsche Verhalten auf und ersetze ich es durch Handlungen, die Jehova gefallen? Er bietet auch Hoffnung. Wer falsch gehandelt hat, muss diesen Weg nicht weitergehen; Jehova berücksichtigt die wirklichen Veränderungen, die er vornimmt.
Hesekiel 18:23 — ‚Habe ich auch nur die geringste Freude am Tod eines schlechten Menschen?‘, erklärt der Souveräne Herr Jehova. ‚Ist es mir nicht lieber, dass er sich von seinen Wegen abwendet und am Leben bleibt?‘
Kommentar 9: In Hesekiel 18:23 erklärt Jehova, dass er keine Freude am Tod eines schlechten Menschen hat, sondern lieber möchte, dass er sich ändert und am Leben bleibt. Das zeigt die Barmherzigkeit hinter seinen Warnungen. Im Dienst möchte ich diese Haltung widerspiegeln. Wir sprechen nicht mit Menschen, um sie zu verurteilen oder zu beweisen, dass wir besser sind, sondern weil wir möchten, dass sie Jehova kennenlernen. Wenn wir daran denken, was er wünscht, können wir geduldiger und mit echtem Interesse sprechen.
Hesekiel 18:24 — ‚Gibt dagegen ein Gerechter seine Gerechtigkeit auf und handelt verkehrt und praktiziert all die Abscheulichkeiten der schlechten Menschen, wird er dann am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird in Erinnerung gerufen werden. Er wird für seine Untreue und seine Sünde sterben.
Kommentar 10: Hesekiel 18:24 warnt davor, dass ein Gerechter seine gute Lebensweise aufgeben kann. Seine früheren richtigen Taten rechtfertigen nicht, dass er jetzt Böses tut. Das hilft mir, übermäßiges Vertrauen in meine Dienstjahre oder in das zu vermeiden, was ich früher getan habe. Ich bin für meinen bisherigen Weg dankbar, muss aber meine Spiritualität heute weiter pflegen. Treue ist kein angesammeltes Verdienst, durch das man unachtsam werden dürfte; sie ist eine Lebensweise, die wir beibehalten müssen.
Hesekiel 18:25 — Doch ihr werdet sagen: „Der Weg Jehovas ist ungerecht. “Hör bitte zu, Haus Israel! Ist es mein Weg, der ungerecht ist? Sind es nicht eure Wege, die ungerecht sind?
Kommentar 11: In Hesekiel 18:25 beschuldigten einige Jehova, ungerecht zu sein, doch er forderte sie auf, ihre eigenen Wege zu prüfen. Das lehrt mich, meine Sichtweise zu überprüfen, wenn ich eine göttliche Entscheidung nicht verstehe. Statt einfach anzunehmen, dass mein Urteil richtig ist, kann ich den Zusammenhang untersuchen und mich fragen, was ich besser verstehen muss. Demut ermöglicht es mir, von Jehova zu lernen, ohne mein begrenztes Verständnis zum Maßstab seiner Gerechtigkeit zu machen.
Hesekiel 18:31 — Befreit euch von all euren Übertretungen und erwerbt ein neues Herz und einen neuen Geist, denn warum solltet ihr sterben, o Haus Israel?‘
Kommentar 12: Hesekiel 18:31 fordert dazu auf, ein neues Herz und einen neuen Geist zu erwerben. Das zeigt, dass die Veränderung nicht äußerlich bleiben darf, sondern auch unsere Wünsche und unsere Einstellung erreichen muss. Wenn ich eine schlechte Gewohnheit korrigieren möchte, muss ich überlegen, was sie nährt und welche Beweggründe ich stärken sollte. Es geht nicht nur darum, vor anderen anders zu wirken, sondern den aufrichtigen Wunsch zu entwickeln, Jehova zu gefallen, und diesen Wunsch meine Entscheidungen lenken zu lassen.
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