Kapitel 10: Er traf die beste Entscheidung
1. Welche archäologischen Funde beweisen, dass die Israeliten, wie die Bibel berichtet, Sklaven in Ägypten waren? (w20.03 30).
Kommentar 1: Im Norden Ägyptens wurden Beweise für viele semitische Siedlungen gefunden. Das stimmt mit dem Bericht überein, dass sich die Familie Jakobs in Gosen niederließ und die Israeliten dort zahlreich wurden.
Kommentar 2: Ein Papyrus aus dem Mittleren Reich enthält eine Liste von Sklaven, die in einem Haus im Süden Ägyptens arbeiteten. Mehr als vierzig dieser Namen sind semitisch, was zeigt, dass es im Land eine beträchtliche Zahl semitischer Sklaven gab.
Kommentar 3: Einige Namen auf dieser Liste ähneln Issachar, Asser und Schifra. Das beweist zwar nicht die Identität jedes einzelnen Sklaven, passt aber bemerkenswert zu den Namen, die wir in der Bibel finden.
2. Was werden Moses seine Eltern wahrscheinlich beigebracht haben? Und was könnte er später gelernt haben, als er „in aller Weisheit der Ägypter ausgebildet“ wurde? (Apg. 7:22; w02 15. 6. S. 10 Abs. 2-5).
Apostelgeschichte 7:22 — So wurde Moses in der ganzen Weisheit der Ägypter ausgebildet. Ja, er war mächtig in Wort und Tat.
Kommentar 1: Seine Eltern nutzten die Zeit, die sie mit ihm hatten, sicher, um ihm beizubringen, dass er ein Hebräer war, und ihm Jehovas Wege einzuprägen. Der Glaube und die Liebe zur Gerechtigkeit, die sie in sein Herz pflanzten, müssen seine späteren Entscheidungen tief beeinflusst haben.
Kommentar 2: Als er zur Tochter des Pharao zurückgebracht wurde, erhielt er eine Ausbildung, die ihn auf Regierungsämter vorbereiten konnte. Wahrscheinlich lernte er Mathematik, Geometrie, Architektur, Bauwesen und andere Künste und Wissenschaften.
Kommentar 3: Die königliche Familie wollte ihn möglicherweise auch in der ägyptischen Religion unterrichten. Moses musste sich deshalb entscheiden, wem er loyal sein würde: allem, was das heidnische Ägypten bot, oder Jehova und seinen hebräischen Brüdern.
3. Was taten die Ägypter gewöhnlich mit den Leichen ihrer Toten? Wie müssen sie sich gefühlt haben, als sie erfuhren, dass Moses den Ägypter getötet und die Leiche einfach versteckt hatte? (it „Ägypten, Ägypter“ Abs. 28).
Kommentar 1: Die Ägypter balsamierten ihre Toten ein, weil sie glaubten, der Körper müsse erhalten bleiben, damit die Seele zurückkehren und ihn wieder benutzen könne. Das Grab galt als das Zuhause des Verstorbenen.
Kommentar 2: In die Gräber legten sie Schmuck, Kleidung, Möbel und Nahrung für den vermeintlichen späteren Gebrauch des Toten. Sie fügten auch Zaubersprüche und Beschwörungen hinzu, die ihn ihrer Meinung nach vor bösen Geistern schützen würden.
Kommentar 3: Deshalb muss es für sie besonders beleidigend gewesen sein, eine Leiche im Sand zu verstecken. Das entsprach weder ihrer Behandlung der Toten noch ihren religiösen Vorstellungen vom Wohlergehen nach dem Tod.
4. Moses floh nach Midian. Was hatten die Israeliten und die Midianiter gemeinsam? (it „Midian, Midianiter“ Nr. 2 Abs. 1, 2).
Kommentar 1: Die Midianiter stammten von Midian ab, einem Sohn Abrahams. Auch die Israeliten stammten von Abraham ab; beide Völker hatten also einen gemeinsamen Vorfahren.
Kommentar 2: Wegen dieses gemeinsamen Ursprungs ähnelte die Sprache der Midianiter wahrscheinlich dem Hebräischen. Das könnte erklären, warum zwischen beiden Völkern eine gewisse sprachliche Nähe bestand.
Kommentar 3: Das Material deutet an, dass die Nachkommen Ismaels und Midians möglicherweise sehr ähnliche Bräuche hatten. Vielleicht schlossen sich ihre Völker sogar durch Heiraten miteinander zusammen.
Wie kann Moses’ Beispiel dir helfen, dich zu beherrschen?
Kommentar 1: Moses war empört, als er sah, wie ein hebräischer Sklave misshandelt wurde. Doch er handelte vorschnell und tötete den Ägypter. Sein Erlebnis erinnert uns daran, dass Empörung über Ungerechtigkeit uns nicht berechtigt, die Selbstbeherrschung zu verlieren.
Kommentar 2: Bevor wir unter Druck handeln, können wir innehalten und überlegen, ob unsere Reaktion Jehovas Sichtweise widerspiegeln wird. Moses war mutig, musste aber noch Milde entwickeln.
Kommentar 3: Am nächsten Tag versuchte er, einen Streit zwischen zwei Hebräern zu schlichten, doch sein Geheimnis war bereits bekannt. Eine impulsive Handlung kann ungeahnte Folgen haben und eine Situation noch komplizierter machen.
Moses hatte den Mut, sich im Leben gute Ziele zu setzen. Was können junge Menschen aus seinem Beispiel lernen?
Kommentar 1: Moses hätte sich für Ansehen, Reichtum und Vergnügen am ägyptischen Hof entscheiden können. Doch er beschloss, Jehovas Volk zu unterstützen. Junge Menschen können sich fragen, welche Ziele zeigen, dass Jehova in ihrem Leben an erster Stelle steht.
Kommentar 2: Moses’ Bildung und Fähigkeiten waren wertvoll, aber er machte sie nicht zum Mittelpunkt seines Lebens. Junge Menschen können ihre Ausbildung gut nutzen, ohne zuzulassen, dass persönliche Ambitionen sie von Jehova wegführen.
Kommentar 3: Moses wählte es, mit Gottes Volk schlecht behandelt zu werden, statt vorübergehende Vergnügungen zu genießen. Sein Beispiel lehrt uns, dauerhafte Segnungen höher zu schätzen als Vorteile, die nur kurze Zeit bestehen.
Auf welche anderen Arten kannst du den Mut nachahmen, den Moses in diesem Bericht zeigte?
Kommentar 1: Wir können Moses nachahmen, indem wir uns ohne Scham mit Jehovas Volk identifizieren. Er ließ nicht zu, dass seine Stellung in der königlichen Familie ihn vergessen ließ, dass die Israeliten seine Brüder waren.
Kommentar 2: Es erfordert Mut, Vorteile abzulehnen, die uns geistig schwächen könnten. Moses ließ Ägyptens Reichtum, Bequemlichkeit und Ansehen hinter sich, weil er nicht wollte, dass diese Dinge ihn von Jehova wegführten.
Kommentar 3: Mut zeigen wir auch, wenn wir nach einem Fehler Änderungen vornehmen. Moses floh in eine unbekannte Gegend und akzeptierte, als ansässiger Ausländer zu leben. Er klammerte sich nicht an das verlorene Leben.
Was lehrt mich dieser Bericht über Jehova?
Kommentar 1: Jehova sieht die guten Eigenschaften seiner Diener, weiß aber auch, woran sie arbeiten müssen. Moses war mutig und fähig, aber noch nicht bereit, Israel zu befreien.
Kommentar 2: Jehova hat den vollkommenen Zeitplan. Moses dachte, die Israeliten würden verstehen, dass Gott sie durch ihn retten würde, doch Jehova würde noch nicht handeln. Sein Vorhaben kommt weder zu früh noch zu spät.
Kommentar 3: Der Bericht zeigt, dass Jehova Milde sehr schätzt. Moses’ Fähigkeiten, Kraft und Bildung reichten nicht aus; er musste lernen, der Mann zu werden, den Jehova gebrauchen konnte.
Wie steht dieser Bericht mit Jehovas Vorhaben und dem Hauptthema der Bibel in Verbindung?
Kommentar 1: Jehova hatte zugelassen, dass sich Jakobs Familie in Ägypten niederließ, doch die Israeliten wurden Sklaven. Moses’ Situation war Teil des Weges, der zur Befreiung dieses Volkes führen würde.
Kommentar 2: Moses wollte seinen Brüdern helfen, lernte aber, dass die Befreiung weder durch menschliche Initiative noch zu dem von ihm gewählten Zeitpunkt erfolgen würde. Jehova würde die Ereignisse gemäß seinem Vorhaben lenken.
Kommentar 3: Moses’ Vorbereitung zeigt, dass Jehova unvollkommene Menschen befähigen kann, eine wichtige Aufgabe auszuführen. Zuerst musste Jehova Moses formen, bevor er ihn gebrauchen konnte, um Israel aus Ägypten herauszuführen.
Wenn Moses aufersteht, was würde ich ihn gern über die ersten Jahre seines Lebens fragen?
Kommentar 1: Ich könnte ihn fragen, woran er sich von der Unterweisung durch Amram und Jokebed erinnert. Es wäre sehr ermunternd zu erfahren, wie Jehovas Wege einen so wichtigen Platz in seinem Herzen behielten.
Kommentar 2: Vielleicht würde ich ihn fragen, wie es war, am ägyptischen Hof zu leben und sich dennoch als Bruder der unterdrückten Hebräer zu fühlen. Seine Antwort könnte uns helfen, Loyalität gegenüber Jehova in schwierigen Umgebungen zu schätzen.
Kommentar 3: Ich könnte ihn auch fragen, was er während seiner langen Reise und seiner ersten Erfahrungen als ansässiger Ausländer in Midian lernte. Der Bericht sagt nur, dass er vieles zurückließ, ohne zu wissen, was ihn erwartete.
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