Gespräche beginnen
Aufgabendaten
Aufgabe: Gespräche beginnen
Dauer: 3 min
Lektion und Punkt: Lektion 1 · Aufrichtiges Interesse · Punkt 3
Lernziel: Sei flexibel. Beginne Gespräche nicht mit etwas, das dich interessiert, sondern besser mit etwas, das die andere Person interessiert. Öffne deshalb deinen Blick, stelle dich um und frage dich:
Rahmenhandlung: Während der Pause bei der Arbeit unterhalten sich zwei Kollegen, die noch nie über die Bibel gesprochen haben. Einer zeigt Fotos von seinem Museumsbesuch
Zugeordneter Bibeltext: Apostelgeschichte 17:22-23 — Paulus nun stand in der Mitte des Areopạgs und sagte: „Männer von Athen! Wie ich sehe, scheint ihr in jeder Hinsicht mehr Ehrfurcht vor Gottheiten zu haben als andere. Als ich zum Beispiel beim Herumgehen aufmerksam die Gegenstände betrachtete, die ihr verehrt, fand ich auch einen Altar mit der Inschrift: ‚Für einen unbekannten Gott‘. Was ihr nun unwissentlich anbetet, das verkünde ich euch.
Offizielles Material: INFORMELLES ZEUGNISGEBEN. Zeige einer Person, der du im Alltag begegnest, eine biblische Wahrheit (lmd Lektion 1, Punkt 3).
Verkündiger: Wie war der Museumsbesuch? Konntest du am Ende hineingehen, ohne lange zu warten?
Person: Ja, ich habe die Eintrittskarte vorher gekauft. Schau dir diese Fotos an. Ich wollte eigentlich die Fotoausstellung sehen, bin aber schließlich im Saal mit den religiösen Gegenständen hängen geblieben. Da waren Sachen, von denen ich nicht einmal wusste, wozu sie dienten.
Verkündiger: Haben dir die Erklärungen daneben geholfen, oder hattest du danach noch mehr Fragen?
Person: Ein bisschen von beidem. Ich habe darüber nachgedacht, dass es so viele Vorstellungen von Gott gibt, dass offenbar jeder ihn auf seine eigene Weise sieht. Ich interessiere mich für Geschichte, aber Religionen verwirren mich.
Verkündiger: Ja, so viele unterschiedliche Darstellungen können diesen Eindruck hinterlassen. Verwirrt dich eher, dass Menschen so verschiedene Dinge glauben, oder dass es schwierig ist herauszufinden, worauf man sich stützen kann?
Person: Das Zweite. Wenn mir jemand sagt, Gott sei auf eine bestimmte Art, denke ich: Woher weiß er das? Es reicht mir nicht, dass es eine sehr alte Tradition ist.
Verkündiger: Ja, nur weil eine Vorstellung alt ist, beweist das nicht, dass sie wahr ist. Deine Bemerkung erinnert mich an einen Bibelbericht: Paulus bemerkte in Athen einige religiöse Gegenstände und sprach mit den Menschen über das, was er gesehen hatte.
Person: Und was sagte er ihnen? Ihnen gleich zu sagen, dass sie falschlagen, hätte wohl nicht viel geholfen.
Verkündiger: Genau. Zuerst erkannte er ihre religiöse Einstellung an und erwähnte etwas Konkretes, das er beobachtet hatte. Ich habe den Bericht auf meinem Handy. Darf ich dir zwei Verse vorlesen? Sie haben mit deiner Frage zu tun, wie man Gott kennenlernen kann.
Person: Gut, wenn es nur zwei sind, haben wir noch Zeit, bevor wir wieder zurückmüssen.
Verkündiger: Ja, sie sind kurz. Achte darauf, wie er die Inschrift eines Altars nutzte, um das Thema einzuführen. Das steht in Apostelgeschichte 17:22, 23. Der Abschnitt passt sehr gut zu unserer Frage. Wollen wir Apostelgeschichte 17:22, 23 lesen?
Verkündiger: Apostelgeschichte 17:22-23 — Paulus nun stand in der Mitte des Areopạgs und sagte: „Männer von Athen! Wie ich sehe, scheint ihr in jeder Hinsicht mehr Ehrfurcht vor Gottheiten zu haben als andere. Als ich zum Beispiel beim Herumgehen aufmerksam die Gegenstände betrachtete, die ihr verehrt, fand ich auch einen Altar mit der Inschrift: ‚Für einen unbekannten Gott‘. Was ihr nun unwissentlich anbetet, das verkünde ich euch. Ich finde bemerkenswert, dass er Gott nicht als jemanden darstellte, der unbekannt bleiben musste. Er sprach über ihn, damit sie ihn kennenlernen konnten. Das ist der biblische Gedanke, den ich dir vermitteln wollte: Wir können Gott kennenlernen.
Person: Ich verstehe den Gedanken. Aber nur weil Paulus sagte, dass er ihn kenne, beweist das noch nicht, dass er recht hatte.
Verkündiger: Das stimmt. Diese beiden Verse beantworten die ganze Frage nicht. Sie zeigen, wie er das Thema ansprach. Um seine Aussage zu beurteilen, müsste man seine Erklärung untersuchen und sie nicht einfach nur annehmen, weil er selbstsicher sprach.
Person: Das würde ich tun. Ich sehe mir gern die Gründe an, auch wenn ich danach nicht zum gleichen Schluss komme.
Verkündiger: Klar. Wenn du ein andermal Lust hast, können wir weiterlesen, was Paulus ihnen erklärte, und uns darüber unterhalten. Du sagst mir dann, was du davon hältst.
Person: In einer anderen Pause vielleicht. Jetzt sollten wir hineingehen, sonst wird es zu spät.
Person: Das würde mich interessieren, obwohl ich nicht viel über die Bibel weiß. Manchmal fällt es mir schwer, einen alten Text zu verstehen, weil ich nicht weiß, was damals gerade passierte oder an wen er gerichtet war.
Verkündiger: Das spielt eine große Rolle. Ein Foto von einem Gegenstand im Museum zeigt zum Beispiel, wie er aussieht, erklärt aber vielleicht nicht, wozu er benutzt wurde. Auch bei einem Bericht hilft es, den Zusammenhang zu betrachten: Wer spricht mit wem und warum?
Person: Ja, ich würde ihn lieber so lesen, statt einen einzelnen Satz herauszugreifen, um eine Vorstellung zu rechtfertigen, die wir ohnehin schon haben.
Verkündiger: Dann können wir zuerst den Hintergrund des Gesprächs betrachten und danach sehen, wie Paulus seine Erklärung entwickelt. Wir lesen in Ruhe und sprechen über die Fragen, die bei dir entstehen.
Verkündiger: Machen wir das. Und danach zeigst du mir die Fotos von der Ausstellung, die du eigentlich sehen wolltest.
Interesse fördern
Aufgabendaten
Aufgabe: Interesse fördern
Dauer: 4 min
Lektion und Punkt: Lektion 9 · Einfühlungsvermögen · Punkt 5
Lernziel: Verwende Informationen, die der Person nützlich sind. Zeige ihr so bald wie möglich, wie ein Bibelkurs ihre Fragen beantworten und ihr auf viele Arten helfen kann.
Rahmenhandlung: In einem Waschsalon warten zwei Bekannte aus der Nachbarschaft, bis ihre Wäsche fertig ist. Sie greifen die Frage wieder auf, die einer von ihnen beim letzten Gespräch über den heutigen Nutzen der Bibel gestellt hatte
Zugeordneter Bibeltext: 2. Timotheus 3:16-17 — Die ganze heilige Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig geeignet und für jedes gute Werk vollständig ausgerüstet ist.
Offizielles Material: INFORMELLES ZEUGNISGEBEN. Beantworte eine Frage, die bei einem früheren Gespräch aufgekommen ist (lmd Lektion 9, Punkt 5).
Verkündiger: Hat der Trockner hinten am Ende funktioniert? Letztes Mal hast du die Handtücher noch feucht mitgenommen.
Person: Ja, aber heute habe ich vorsichtshalber einen anderen gewählt. Zu Hause wartet schon genug Wäsche. Wenn ich sie dann auch noch einmal aufhängen muss, werde ich nie fertig.
Verkündiger: Hoffentlich kommt heute alles trocken heraus. Ich habe über deine Frage nachgedacht, die du mir beim Zusammenlegen der Wäsche gestellt hast: Wozu kann uns heute ein Buch nutzen, das vor so langer Zeit geschrieben wurde?
Person: Ja, denn als du mir vom Bibelstudium erzählt hast, dachte ich, es gehe darum, Namen und Daten zu lernen. Ich sage nicht, dass das schlecht ist, aber im Moment brauche ich praktische Dinge und nicht noch mehr Informationen zum Auswendiglernen.
Verkündiger: Ich verstehe den Unterschied. Ein Bibelkurs kann genau bei einer Frage beginnen, die dich interessiert, und dir zeigen, welchen Nutzen die Antwort hat. Es geht nicht einfach darum, Daten anzusammeln. Was würdest du als praktische Hilfe betrachten?
Person: Zum Beispiel nicht jedes Mal mit meinem Bruder zu streiten, wenn wir etwas organisieren. Gestern haben wir einige Aufgaben verteilt und uns schließlich gegenseitig Dinge vom letzten Monat vorgeworfen. Ich möchte dir aber auch nicht die ganze Geschichte erzählen.
Verkündiger: Du musst mir die Einzelheiten nicht erzählen. Dadurch verstehe ich deine Frage besser: Du möchtest wissen, ob das, was du lernst, dir in echten Situationen wie dieser helfen könnte und nicht nur Theorie bleibt.
Person: Genau. Und es würde mir auch nicht helfen, wenn mir jemand sagen würde, ich müsse ihm immer recht geben. Manchmal gibt es Dinge, die ich ihm sagen muss, auch wenn sie ihm nicht gefallen.
Verkündiger: Klar, ein Problem ungelöst zu lassen ist nicht dasselbe, wie es zu lösen. Es gibt einen Bibeltext, der erklärt, wozu die Bibel nützlich ist, und der uns hilft zu verstehen, was du von einem Kurs erwarten könntest. Darf ich ihn dir vorlesen?
Person: Ja, die Maschine läuft noch ein paar Minuten.
Verkündiger: Achte darauf, dass dort zwar vom Lernen die Rede ist, aber auch davon, Dinge zu korrigieren und zum Handeln bereit zu sein. Ich lese dir 2. Timotheus 3:16, 17 vor. Der Abschnitt passt sehr gut zu unserer Frage. Wollen wir 2. Timotheus 3:16, 17 lesen?
Verkündiger: 2. Timotheus 3:16-17 — Die ganze heilige Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig geeignet und für jedes gute Werk vollständig ausgerüstet ist. Deshalb habe ich gesagt, dass es nicht nur darum geht, Geschichten kennenzulernen. Dazu gehört auch, uns zu helfen, richtig zu handeln und nötige Änderungen vorzunehmen. Diesen Nutzen würden wir beim Studium einer deiner Fragen suchen.
Person: Aber dort steht, dass es von Gott kommt. Du bist davon überzeugt, ich bin mir da nicht so sicher. Zu lesen, dass ein Buch nützlich ist, beweist allein noch nicht, dass es mir helfen wird.
Verkündiger: Das stimmt, damit sind nicht alle deine Zweifel ausgeräumt. Ich erwarte nicht, dass du überzeugt bist, nur weil wir einen Abschnitt gelesen haben. Wir können untersuchen, was er lehrt, seine Gründe verstehen und sehen, wie das mit etwas zusammenhängt, das dich beschäftigt.
Person: Das erscheint mir vernünftiger. Bei meinem Bruder ist das Problem allerdings, dass ich versuchen kann, freundlich zu reden, und er mir trotzdem unfreundlich antwortet.
Verkündiger: Ja, du kannst nicht entscheiden, wie er reagieren wird. Es wäre unrealistisch, dir das zu versprechen. Aber wir könnten herausfinden, was dir hilft zu entscheiden, wie du reagierst, ohne automatisch anzunehmen, dass du an allem schuld bist.
Person: Dieser Eindruck würde mich wirklich abschrecken. Allerdings muss ich zugeben, dass ich gestern schon mit einem Vorwurf angefangen habe, bevor er überhaupt etwas gesagt hatte.
Verkündiger: Dann hast du bereits etwas Konkretes erkannt, das du gern ändern möchtest. Wenn der Bibeltext vom Zurechtbringen spricht, können wir auch darüber nachdenken, unsere eigene Handlungsweise zu prüfen, statt nur etwas zu suchen, das der andere ändern sollte.
Person: Und wie würde das in einem Kurs aussehen? Müsste ich mit der gesamten Geschichte der Bibel anfangen, bevor wir dazu kommen?
Verkündiger: Wir können mit deiner Frage anfangen. Wir würden biblische Informationen dazu suchen, die Bibeltexte lesen und uns darüber unterhalten, wie man sie anwenden kann. Du könntest sagen, was du verstehst, was dich nicht überzeugt oder was dir schwerfällt umzusetzen.
Person: Ich könnte es einmal ausprobieren. Aber ich würde lieber damit anfangen, wie man etwas, das einen stört, ansprechen kann, ohne daraus einen Streit zu machen.
Verkündiger: Dann bereite ich diese Frage vor. Wollen wir sie uns ansehen, wenn wir uns am Samstag hier treffen? Falls du an dem Tag in Eile bist, suchen wir einen anderen Zeitpunkt.
Person: Samstag passt mir. Wir können es uns ansehen, während wir auf die Wäsche warten, und danach entscheide ich, ob ich weitermachen möchte.
Verkündiger: Einverstanden. Wir fangen damit an, und du sagst mir, was du davon hältst.
Unsere Glaubensansichten erklären
Aufgabendaten
Aufgabe: Unsere Glaubensansichten erklären
Dauer: 5 min
Rahmenhandlung: Auf einer Bank in der Sporthalle warten zwei Bekannte, bis das Training ihrer Kinder zu Ende ist. Einer spricht eine Frage an, die beim Gespräch mit seiner Schwester über Religion aufgekommen ist
Zugeordneter Bibeltext: Galater 6:1 — Brüder, auch wenn jemand einen Fehltritt tut, ohne dass es ihm bewusst ist, sollt ihr, die ihr durch den Geist befähigt seid, versuchen, ihn im Geist der Milde wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Passt aber auf euch selbst auf, damit nicht auch ihr in Versuchung kommt. / 1. Korinther 5:11 — Nun aber schreibe ich euch, dass ihr mit jemandem, der Bruder genannt wird, keinen Umgang mehr haben sollt, wenn er sexuell unmoralisch handelt, wenn er ein habgieriger Mensch ist, ein Götzendiener, jemand, der andere übel beschimpft, ein Trinker oder ein Erpresser, dass ihr nicht einmal mit einem solchen Menschen essen sollt. / 2. Korinther 2:6-8 — Dieser Verweis vonseiten der Mehrheit genügt für einen solchen Menschen. Ihr solltet ihm jetzt vielmehr verzeihen und ihn trösten, damit er nicht von übergroßer Traurigkeit überwältigt wird. Darum ermahne ich euch, ihm eure Liebe zu bestätigen.
Offizielles Material: Demonstration. ijwfq Artikel 66. Thema: Wie behandeln Jehovas Zeugen diejenigen, die ihrer Religion nicht mehr angehören? (th Lektion 4).
Verkündiger: Haben sie gesagt, ob das nächste Training auch später endet? Ich muss planen, wann ich den Kleinen abholen komme.
Person: Ja, diese Woche kommen alle um diese Zeit heraus. Übrigens wollte ich dich etwas fragen. Meine Schwester und ich haben über Religionen gesprochen, und dabei kam deine zur Sprache. Stimmt es, dass ihr nichts mehr mit jemandem zu tun haben wollt, wenn er kein Zeuge Jehovas mehr ist?
Verkündiger: Du kannst mich gern fragen. Habt ihr über jemanden gesprochen, der einfach nicht mehr zu den Zusammenkünften geht, oder über jemanden, der aus der Versammlung ausgeschlossen wurde? Ich frage, weil das nicht dasselbe ist.
Person: Das kann ich dir nicht genau sagen. Ich dachte, es sei dasselbe: Wenn jemand nicht mehr mitmacht, ist er draußen und die anderen haben keinen Kontakt mehr mit ihm. Das fand ich hart.
Verkündiger: Ich verstehe, dass dich die Behandlung dieser Person beschäftigt. Wenn jemand nicht mehr zu den Zusammenkünften geht oder nicht mehr predigt, schließen wir ihn deswegen nicht aus der Versammlung aus. Im Gegenteil, wir ergreifen die Initiative, mit ihm Kontakt aufzunehmen, versichern ihm unsere Liebe und versuchen, ihm zu helfen, Gott näherzukommen.
Person: Wann wird jemand dann ausgeschlossen? Jeder kann etwas falsch machen. Ich möchte nicht zu einer Gemeinschaft gehören, in der ein Fehler bedeutet, seine Freunde zu verlieren.
Verkündiger: Jemand wird nicht automatisch ausgeschlossen, nur weil er eine schwere Sünde begangen hat. Die Ältesten, die sich um die Versammlung kümmern, versuchen zuerst, ihm zu helfen, sich zu ändern. Ein Ausschluss erfolgt, wenn er trotz wiederholter Bemühungen, ihm zu helfen, an diesem Verhalten festhält und nicht bereut.
Person: Diese Hilfe kann aber auf viele Arten erfolgen. Wenn man ihn vor mehrere Personen setzt, um ihm seine Tat vorzuhalten, weiß ich nicht, wie sehr ihm das helfen würde.
Verkündiger: Du hast recht, die Art und Weise ist sehr wichtig. Die Bibel erlaubt ihnen nicht, ihn zu demütigen. Achte auf die Einstellung, die Paulus von denen verlangte, die jemandem helfen sollten, der einen Fehltritt getan hatte. Ich lese Galater 6:1 vor. Der Abschnitt passt sehr gut zu unserer Frage. Wollen wir Galater 6:1 lesen?
Verkündiger: Galater 6:1 — Brüder, auch wenn jemand einen Fehltritt tut, ohne dass es ihm bewusst ist, sollt ihr, die ihr durch den Geist befähigt seid, versuchen, ihn im Geist der Milde wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Passt aber auf euch selbst auf, damit nicht auch ihr in Versuchung kommt. Diese Milde ist entscheidend. Außerdem muss sich der Helfende selbst im Auge behalten und darf sich nicht überlegen fühlen. Die Ältesten versuchen, mit Liebe und Güte das Herz der Person zu erreichen, damit sie ihren Fehler erkennt und sich ändert.
Person: Das klingt anders, als ich dachte. Aber meine Hauptfrage bleibt: Wenn jemand schließlich ausgeschlossen wird, habt ihr dann keinen Umgang mehr mit ihm oder doch?
Verkündiger: Ja, wir haben keinen geselligen Umgang mehr mit dieser Person. Ich möchte diesen Teil deiner Frage nicht umgehen. Der Grund liegt in einer Anweisung, die Paulus den Christen in Korinth gab. Achte darauf, dass es um jemanden geht, der als Bruder angesehen wurde und diese Verhaltensweisen praktizierte. In 1. Korinther 5:11 heißt es. Der Abschnitt passt sehr gut zu unserer Frage. Wollen wir 1. Korinther 5:11 lesen?
Verkündiger: 1. Korinther 5:11 — Nun aber schreibe ich euch, dass ihr mit jemandem, der Bruder genannt wird, keinen Umgang mehr haben sollt, wenn er sexuell unmoralisch handelt, wenn er ein habgieriger Mensch ist, ein Götzendiener, jemand, der andere übel beschimpft, ein Trinker oder ein Erpresser, dass ihr nicht einmal mit einem solchen Menschen essen sollt. Deshalb haben wir keinen geselligen Umgang mehr mit ihm. So werden Gottes Moralmaßstäbe aufrechterhalten und die Versammlung vor einem schädlichen Einfluss geschützt. Außerdem kann es der Person helfen zu erkennen, dass sie sich ändern muss.
Person: Ich verstehe, worauf ihr das stützt, obwohl ich weiterhin denke, dass es sehr schmerzhaft sein muss. Und ich kann schwer nachvollziehen, wie man keinen Umgang mehr mit jemandem haben und trotzdem sagen kann, dass man ihn liebt.
Verkündiger: Ich würde nicht behaupten, dass es nicht wehtut. Aber keinen geselligen Umgang zu haben bedeutet nicht, ihn zu verachten oder völlig zu ignorieren. Er ist bei unseren Zusammenkünften weiterhin willkommen, und die Anwesenden können ihn begrüßen. Außerdem kann er die Ältesten um geistige Hilfe bitten. Sie werden ihm mithilfe der Bibel liebevoll Rat geben.
Person: Und wenn er eine Frau und Kinder hat, die weiterhin Zeugen sind? Sie können nichts für das, was er getan hat. Ändert sich dann auch die Beziehung zu Hause?
Verkündiger: Die familiären Bindungen bleiben bestehen. Wenn er mit seiner Frau und seinen kleinen Kindern zusammenlebt, bleibt ihr normales Verhältnis bestehen, und sie behandeln einander weiterhin liebevoll. Auch wenn sie Gott nicht mehr gemeinsam anbeten, beseitigt das weder seine Verantwortung noch ihre familiären Bindungen.
Person: Diesen Unterschied kannte ich nicht. Und kann er in die Versammlung zurückkehren? Ich frage mich, ob die anderen ihn nach so etwas immer misstrauisch ansehen würden.
Verkündiger: Er kann zurückkehren, wenn er sein schlechtes Verhalten aufgibt und aufrichtig zeigt, dass er sich an die biblischen Maßstäbe halten möchte. Die Bibel erklärt auch, wie man ihn aufnehmen sollte. Um deine Sorge zu beantworten, lese ich dir vor, was Paulus sagte, als ein Mann in Korinth sein Verhalten geändert hatte. Das steht in 2. Korinther 2:6-8. Der Abschnitt passt sehr gut zu unserer Frage. Wollen wir 2. Korinther 2:6-8 lesen?
Verkündiger: 2. Korinther 2:6-8 — Dieser Verweis vonseiten der Mehrheit genügt für einen solchen Menschen. Ihr solltet ihm jetzt vielmehr verzeihen und ihn trösten, damit er nicht von übergroßer Traurigkeit überwältigt wird. Darum ermahne ich euch, ihm eure Liebe zu bestätigen. Die Anweisung lautet, ihm zu vergeben, ihn zu trösten und ihm unsere Liebe zu bestätigen. Wir sollen ihn nicht so behandeln, als könne er das Geschehene niemals hinter sich lassen. Wir möchten ihm helfen, weiterzumachen und seine Freundschaft mit Jehova wiederzugewinnen.
Person: Ich kann nicht sagen, dass ich alles genauso sehe wie du. Aber ich erkenne, dass ich verschiedene Situationen miteinander vermischt hatte. Nicht mehr zu den Zusammenkünften zu gehen ist nicht dasselbe, wie weiterhin etwas Schweres zu tun, ohne sich ändern zu wollen.
Verkündiger: Genau. Und in jeder dieser Situationen bemühen wir uns, die Person liebevoll und respektvoll zu behandeln. Wenn du möchtest, können wir uns ein andermal den Artikel ansehen, der genau deine Frage beantwortet, und über alles sprechen, was dir noch schwerfällt.
Person: Ja, ich möchte ihn lieber in Ruhe lesen. Schau, da kommen schon die Kinder. Wenn wir uns wiedersehen, sage ich dir, welche Fragen noch offen sind.
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